012 Therapeutencasting (2): Erstgesprächstipps für User

Therapeutencasting Klappe die Dritte in meinem Leben – schrieb ich beim letzten Mal. Wobei, ich habe gerade genauer überlegt, in Wahrheit ist es das fünfte Mal, dass ich einen Neuanfang wage. Beim ersten Mal (Dr. GK) habe ich nicht gecastet, sondern bin der Empfehlung vom Krankenhaus gefolgt  (komplette Fehldiagnose der Therapeutin – sie sah, was sie sehen wollte, nämlich nicht mal das akute Trauma, was tatsächlich eigenartig ist, wenn man meinen Flashback-Schilderungen gelauscht hat – , wegen Sinnlosigkeit dann meinerseits eingestellt, dann in der Ambulanz vom Krankenhaus Traumatherapeutenliste bekommen – 1. Casting). Das andere ungezählte Mal hat die Geschäftsbeziehung (zu einem anderen Thema als Trauma damals) damit geendet: Die Therapeutin (Dr. RLa, nicht zu verwechseln mit RL vom 1. Teil) hat mir mit verheultem Gesicht geöffnet und darauf bestanden hat, dass wir trotz ihrer Verfassung die Stunde machen. Sie hatte währenddessen einen erneuten Tränenausbruch (der nichts mit mir zu tun hatte) und hat mich dabei rausgeworfen. Wir haben uns nie wieder gesehen, sie hat sich per Mail entschuldigt und diese Stunde nicht verrechnet – offenbar war uns beiden klar, welches Level an unzureichender Professionalität hier sichtbar wurde (kein weiters Casting). Die Kennenlern-Therapiestunden davor musste ich bezahlen, obwohl wir uns dem eigentlichen Thema dabei noch nicht genähert hatten – kein Nutzen, Geld weg. Diese beiden Therapeutensuchen hab ich wohl verdrängt (nicht verDISt).

Hier geht’s zum Schritt 1: Kontaktaufnahme.

Ausbeute der Kontaktaufnahme per Mail:

  • „Ich bin nicht die richtige Therapeutin für Sie“: 2
  • „Kein Termin frei“ – erneutes Zusenden von „Wartezeit ist kein Problem für mich, bitte nennen Sie mir den nächsten möglichen Termin.“  – keine Antwort 4
  • Erstgesprächstermin vorgeschlagen: 4 – juchu!
  • keine Antwort: mehr als 20

Fortsetzung…


Schritt 2: Erstgespräche – ein Stück in vier Akten

So eine Therapeutensuche ist wahrlich keine erquickliche Angelegenheit. Am liebsten würde ich sie outsourcen – an einen Fair-apeuten-Headhunter…

Achtung, wenn man ein Erstgespräch nicht selbst in die Hand nimmt, wird daraus ein Biografie-Interview. Wenn sich die Therapeutin „schnell mal“ quer durchs Leben einer komplex traumatisierten Person fragt – beginnend mit der Kindheit und den Eltern – kommt das vielleicht dem Betreten eines Minenfelds gleich. Dabei habe ich das Gefühl, dass mir zumindest klar ist, dass ich dort stehe, der Therapeutin aber oft nicht. „Ich frag ja nur.“ Ja. Eh.  Die größten beiden Probleme mit einem solchen Erstgespräch sind für mich:

  1. Wenn die Person mich ausfragt, weiß ich danach kaum etwas über sie. Es ist so, als ob bei The Voice of Germany die Sänger nicht singen würden, sondern den Juroren Löcher in den Bauch fragen; man weiß dann halt nicht, ob man mit ihrem Gesang subjektiv was anfangen kann.
  2. Wenn eine Fremde mich mitten in ein Minenfeld stellt, ist das eine Situation mit nahezu Blackout-Garantie. Wie soll ich eine Therapeutin aussuchen, wenn ich mich weder an ihr Gesicht, noch an ein einziges Wort von ihr erinnern kann? Klar war also, dass ich gleich nach dem Händeschütteln konstatiere, dass ich keine Fragen zu vor dem Jahr 2000 beantworten möchte. Wie ich das gelöst habe, findest Du im 3. Teil, und mehr Tipps für solche vorhersehbaren Blackouts demnächst im Beitrag „Bomben auf Blackouts“.

Meine Tipps für die Fee-rapeutensuche (zusätzlich zur Liste in 001 DIS für Einsteiger):

  • Jedes Erstgespräch kostet Zeit (und bei mir Nerven und oft Geld). Informiere Dich vorab, welche Therapieschulen für Dein Problem sinnvoll und weniger sinnvoll sind, damit das insgesamt nicht zu kräfteraubend wird. Sieh Dir Ausbildungen,  Qualifikationen und Arbeitsschwerpunkte auf der Website der Therapeutin genau an. Mit einer Traumafolgestörung macht es nur Sinn, sich an eine Therapeutin zu wenden, die zumindest EMDR-Ausbildungen hat. Welche Fortbildungen zum Thema Trauma hat sie in den letzten Jahren besucht? Wer das nicht auf seiner Website stehen hat, ist für mich uninteressant.
  • Ich habe mich entschieden, keine Erstgespräche wahrzunehmen, die Geld kosten. Nachdem KR mit mir ca. 20 000 EUR (inflationsangepasst auf 2017) verdient hat, finde ich ein bisschen Geschäftsanbahnung von seiten Therapeutin ein überschaubares Berufsrisiko. In solchen Fällen habe ich gefragt, wie viel Zeit sie sich vorstellen kann, kostenlos zu opfern, wenn nicht volle 50 min. Zwei Therapeutinnen haben mir daraufhin 30 min kostenlos angeboten. Wenn da die Antwort null min gewesen wäre, hätte ich gefragt, ob ich meine Fragen per Telefon klären darf (was auch ca. 30 min beansprucht hätte).
  • Es ist völlig legitim, nach den quantitativen Erfahrungen der Therapeutin mit Deiner konkreten Diagnose zu fragen. Das ist wichtig für Deine Entscheidungsfindung. Ich habe entschieden, dass null auch okay wäre, aber für mich persönlich müssen Antworten auf solche Fragen einigermaßen offen kommen – mir fällt es schwer, jemandem mein Herz auszuschütten, der selber bei fachlichen Fragen blockt.
  • Überlege Dir vorher eine Liste an Fragen, die das Casting bei der richtigen Partei ansiedeln: Du solltest die Gelegenheit haben, die Therapeutin soweit kennenzulernen, dass Du beurteilen kannst, ob Du mit ihr arbeiten möchtest und kannst. Was musst Du wissen für eine gute Zusammenarbeit?
  • Dass ich bereits über 200 Therapiestunden hatte, würde ich bei einer erneuten Suche nicht mehr angeben. Sagen wollte ich: Ich bin eine Patientin, die dranbleiben kann, und keine Therapeuten-Hopperin. Interprätiert wird es offenbar als: Sie ist ein hoffnungsloser Fall.
  • Namen vorangegangener Therapeuten würde ich nicht nennen. Ich bin ein überaus loyaler Mensch – wenn ich den Namen gesagt habe, kann ich nichts mehr sagen, das mein Gegenüber als negativ interpretieren könnte. Und manchmal muss man halt bezug nehmen auf die Therapie bisher…

Warum ist die Therapeutenwahl so wichtig? Jeder Therapeutenwechsel kostet ein Vermögen: Die „alte“ Therapeutin hat mir eine wöchentliche Behandlungszusage gemacht, mir dann mit Verzögerungstaktik 6 Stunden im ersten Halbjahr angeboten, die ich nicht gekauft hätte, wenn sie mir das am 1.1.2017 schon gesagt hätte. Zahlen muss ich das sicherlich trotzdem, also 600 EUR dafür, dass ich ein halbes Jahr von ihr aufgehalten und vertröstet wurde. Dann war ich bei der „neuen“ Therapeutin 500 EUR los, bis sie soweit eingearbeitet war (was ich voll verstehe!), dass sie den ersten hilfreichen Satz zu mir sagen konnte. Wenn ich mich also irre, und die falsche Person auswähle, kann ich mir diesen Fehler schlicht finanziell nicht leisten. Hier ist ein Teil meiner Fragenliste (und warum ich das wissen wollte):

  1. Was würden Sie sagen, sind die wichtigsten 3 Dinge, die ich wissen sollte zu DIS? (Ich hatte die Diagnose neu und wollte noch neuen Input. Kompetenzfrage)
  2. Was sind Ihre Lieblingsautoren / Ihr Lieblingsbuch zum Thema Trauma / DIS? (Ich habe da meine Favoriten und würde lieber zu jemanden in Therapie gehen, der ähnliche Favoriten hat. Sympathiefrage)
  3. Was können Sie anbieten? / Welche Ziele sind realistisch? / Was wäre der grobe Plan für mich? (Kompetenzfrage und Sympathiefrage, mir war wichtig, dass hier nicht etwas völlig Ausweichendes geantwortet wird; dass ein genauer Therapieplan beim Erstgespräch nicht erstellt werden kann, ist klar.)
  4. Welche Voraussetzungen braucht es auf meiner Seite, damit wir die Ziele erreichen? Was sind persönliche no-gos für Ihre Kunden? (Das ist mir wichtig, weil ich nicht will, dass ich Menschen aus Unachtsamkeit auf die Nerven falle. Wenn hier die Antwort wäre: „Ich hasse zu-spät-Kommer,“ würde ich noch mehr als sonst auf Pünklichkeit achten.)
  5. Mein 1. Teilziel ist: keine oder weniger Blackouts in Therapiesituationen. Bei meinen beiden langjährigen Therapeuten setzt das Blackout oft schon ein, wenn ich nur bei der Tür rein gehe. Welche Vorschläge haben Sie, dass wir das erreichen können? (Erfahrungsfrage)

1. Akt. Wow. Therapeutin unter 30, Stöckelschuhe, Minirock, Lockenstab, Puppenaugen. Die Praxis ist gefüllt mit alphabetisch sortierten Skripten und im rechten Winkel liegenden Utensilien am Schreibtisch. Wegen mir brauchen wir gar nicht mehr reden: ein strukturierter, geordneter Psy-Mensch. Gekauft! Okay, wir reden doch. Sie hat ein Klemmbrett vor sich, auf dem Zeitlinien aus meiner Mail bereits eingezeichnet sind. Gekauft! Sag ich ja. Ich habe eine geistig ausgesprochen wendige Person vor mir – juchu! Sie sagt mir ganz offen, dass sie keine Erfahrung mit DIS hat. Ich am Ende des Gesprächs: „Ich nehme an, Sie denken noch in Ruhe drüber nach, ob Sie mir Folgetermine anbieten möchten.“ – „Hm, nein, ich würde eher Ihnen Zeit geben, sich eine Zusammenarbeit zu überlegen. Von meiner Seite aus passt das.“ – „Gut, dann rufe ich Sie morgen an wegen einer Terminvereinbarung.“ — Gesagt, getan. Sie teilt mir mit, dass sie es sich anders überlegt hat. Sie ist erst seit zwei Jahren Therapeutin, sich in DIS einzuarbeiten wäre so zeitintensiv in der Vor- und Nachbereitung der einzelnen Stunden, dass sie das nicht leisten kann.
Bam. Todesangst. Ich werde keine Hilfe finden. Es wird für immer so bleiben, wie es jetzt ist. Ich will tot sein. „Du spielst so lange mit mir, wie du Lust hast, dann wirfst du mich weg.“  – Ein Altkramsatz, immer wieder in meinem Kopf. Ich brauche eine Weile Pause von der Therapeutensuche.

Einen Satz zum Nachdenken habe ich mit nach Hause genommen. Sie hat mir ein paar Fragen gestellt zu den beiden Therapeutinnen bisher und geschlussfolgert: „Es ist sehr schade, dass Sie da offenbar zuerst fachlich und dann menschlich einen Kompromiss machen mussten. Es wäre wirklich wichtig, dass Sie jemand finden, wo beides passt.“ Eigentlich will ich widersprechen – ich mag KR so enorm gern, ich kann das kaum aushalten, einen solchen Satz über sie so stehen zu lassen. Andererseit: Über 100 Therapiestunden ohne korrekte Diagnose… ich weiß auch nicht… ich verstehe ihre Zusammenfassung… aber sie ist hart einzustecken…


2. Akt. Einen Monat später habe ich noch drei weitere Personen gefunden, die sich mit mir treffen wollen. Nr. 2 ist richtig gut. Im Nachhinein mein Favourite aus allen vier Akten. Anzahl der DIS-Patienten bisher: drei. Wir vereinbaren mehrere weitere Termine. Weniger als 48h vor dem nächsten Treffen erhalte ich sehr spät abends folgende Mail:

Liebe Frau Dr. Mussorgsky,
leider muss ich Ihnen unsere Termine wieder absagen.
Mein Wochenplan wird sich in den nächsten Monaten so verändern, dass ich Ihnen nicht die Regelmäßigkeit und Länge der Sitzungen zur Verfügung stellen werde können, die eine gemeinsame Arbeit brauchen würde.

Alles Gute und liebe Grüße,
PK

Daraufhin rufe ich sie an, um ihr zu sagen, dass ich die Absage erhalten habe, und dass ich das sehr schade finde.
Sie: „Gott sei Dank haben wir noch nicht begonnen, denn wir hätten aufhören müssen.“
Ich: „Heißt das, wenn wir schon mehrere Stunden gehabt hätten, die ja anfangs nur dazu dienen, dass Sie Informationen über mich bekommen, dann hätten Sie die trotzdem voll verrechnet, auch wenn Sie die Arbeit Ihrerseits abbrechen, bevor ich einen Nutzen davon gehabt hätte?“
„Ja selbstverständlich.“ Hm. Das ist ja dann bei der nicht vorhandenen Empfehlungskultur in der Psy-Branche (wegen Scham der „Kunden“) und dem nicht vorhandenem Marktdruck regelrecht eine Geschäftsstrategie. Ich bin geplättet, dass das legal wäre. Wäre es zu 100%. Obwohl ich im Erstgespräch den klaren Auftrag für die Therapeutin ausgesprochen habe, dass ich endlich herausfinden möchte, was in meiner Kindheit passiert ist und wer die beteiligten Personen waren, darf sie 1000 EUR oder mehr für Aufwärmrunden von mir nehmen, und mir danach mitteilen, dass sie keine Lust mehr auf mich hat. Oder auch ganz ohne Begründung mir keinen Folgetermin mehr geben. Obwohl sie den Auftrag nicht erfüllt hat, hätte ich trotzdem Pech. Konsumentenschutz, wo bist du? Geld weg, kein Nutzen. Na juchu. Ich bin begeistert. Wie kann ich mich vertraglich gegen derlei absichern? Gar nicht. Mich nimmt ja so schon keiner.


Warum sollte eine Therapeutin keine Lust mehr auf mich haben? Okay, ich hab DIS. Das ist anstrengend, ich hab auch keine Lust auf DIS. Anderswo verdient man sich als Therapeutin seine 100 EUR  in 45 min leichter. Soweit versteh ich das. Aber ich bin eine nette Klientin. Ich habe noch nie jemanden tätlich angegriffen, ich habe keine Vorstrafen, ich habe noch nie eine Therapeutin bedroht oder mich nach der Zeit geweigert zu gehen. Ich mache zwischen den Treffen keine Anrufe, auch keine Notfallanrufe. Ich habe noch nie Gegenstände in der Praxis beschädigt. Wenn ihr etwas an mir nicht passt, muss sie es nur sagen. Ich habe noch nicht mal meine Therapeutin jemals angebrüllt oder beschimpft oder sonstwie respektlos behandelt. Das höchste der Gefühle bei mir ist mal ein Heulanfall in einer Therapiestunde. Aber das kommt auch bei Einsmenschen in Therapiestunden vor.

Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob das Trauma oder der Kontakt mit dem System der Hilfeleister – Krankenkassen eingeschlossen – den größeren Schaden in meinem Leben macht. Ein Grund dafür, dass die Traumafolgen gefühlt nie vorbei sein werden, ist, dass dieses System so ist, wie es ist: Zugang zu Hilfe ist mit verbalen Ohrfeigen gesäumt und finanziellen Hindernissen verstellt, sodass man eigentlich sagen muss: Es gibt zwar Hilfe in der Theorie, aber sie ist kaum erreichbar und vielleicht nicht passend – weil das System Helfer-optimiert und nicht Hilfesuchenden-optimiert ist und bleiben wird. Wenn man sich Bewerbungsverfahren, Aufnahmeverfahren und Jahre an Wartezeit in Traumakliniken anschaut… Hoffnungslosigkeit.
(„Sie bekommen dann einen Anruf von uns und dann haben Sie zwei Tage Zeit, hier anzukommen.“ –
„Wie soll ich das machen mit der Arbeit und meinem Kind? Ich sage dann: Ab übermorgen bin ich für drei Monate weg, auch wenn gerade Budgetsaison wäre? Ich bin unsicher, ob ein stationärer Aufenthalt mit nur zwei Tagen Vorlaufzeit nicht nachhaltigen Schaden in meinem Umfeld hinterlässt. Können wir nicht vielleicht einen konkreten Starttermin in arbeitstechnisch eher ruhigen Zeiten planen, damit ich alles vorbereiten kann? Ich warte dafür auch gern ein paar Monate länger.“ –
„Nein.“)

Wo ist sie nun, die Fee-rapeutin x Fair-apeutin für mich? Hilfe. Eigentlich ist es ein ganz schönes Armutszeugnis (für mich? für den Berufsstand?), dass man zwei Euro die Gesprächsminute zu zahlen bereit ist, und dennoch niemanden findet, der sich drauf einlässt. Katastro-Fee. Gleichzeitig bin ich zornig, denn als Fachkraft im Gesundheitswesen sollte sich doch zumindest irgendwer zuständig fühlen, irgendwer sollte doch auch eine Behandlungspflicht, eine Versorgungspflicht als Hilfeleistender haben (wenn die Krankenkassen schon sagen, sie zahlen „Scherze“ wie Psychotherapie nicht). Oder nicht? Da fällt mir RL vom letzten Beitrag ein, die mir zwar keine Hilfe anbietet, aber mich über transgenerationale Traumaautomatik aufklärt. Ich möchte geholfen kriegen! Ich brauche Therapie, um transgenerationalen Schaden abzuwenden und meine Arbeitsfähigkeit zu erhalten, verdammt noch eins! Wo seid ihr denn bloß?


Du hast bis hierher gelesen? Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar da lässt.

Konsumentenschutz für therapie“bedürftige“ Menschen – was würdest Du Dir wünschen?

DAS PASSWORT FÜR TEIL 3 IST kurz12

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13 Kommentare Gib deinen ab

  1. cbbm11 sagt:

    Liebe Sonrisa,
    ich kenne ja das ganze Hindernislaufen bei der Suche nach kassenbezahlter Therapie. Aber als Selbstzahlerin? Habe ich das richtig verstanden?
    Ich entnehme deinem Artikel: auch so bleibt man rechtlos, ein Spielball. Es braucht ungeheure Kraft und Zuversicht, um dranzubleiben, die wünsche ich Dir!

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    1. Hallo Claudia, aus meiner Perspektive ist das vollkommen egal, ob eine Therapeutin, die unprofessionell Geschäftsbeziehungen „pflegt“, ihr Geld von einer Krankenkasse bekommt oder von mir – der Konsumentenschutz fehlt hier wie dort, und unternehmerische Skills (oder auch nur ein bisschen „wie benehme ich mich als Geschäftspartner“, Mal ein Blick in die geltenden Gesetze etc.) sind vorhanden oder auch nicht, ganz egal, aus wessen Tasche nun die Kohle kommt.
      Rechtlos würde ich nicht sagen, aber es fehlt an Konsumentenschutz in der Therapie.
      LG

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  2. Hallo Claudia, ich fürchte, wenn ich hier antworte, dann ist der Kommentar auch genehmigt. Kannst Du mir densleben Text an sonrisa.mussorgsky@gmail.com schicken, damit ich antworten kann? Ich freue mich sehr (!) über deine Nachricht! lg s.

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  3. Birke-Zeitenmosaik sagt:

    Sonrisa, du inspirierst mich… und ja… ich möchte es auch mal sagen: Es gibt auch die Therapeuten, die gut mit einem umgehen… ich hatte soo Glück bei meiner Suche… habs grad selbst als Beitrag geschrieben, einfach als Dank. Tue mir ja so schwer damit, weil es bei den meisten so anders läuft… doch manchmal ist es auch anders mit der Therapeutensuche… freue mich, wenn du es bei mir liest 🙂

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    1. Es freut mich sehr zu hören, was Du schreibst, Birke.
      Es gibt sie GANZ SICHER, die Fee-rapeutinnen mit Traumaknowhow! Ich kenne mindestens eine persönlich! Dennoch war diese Suche eben, wie sie war… aber ich sage nicht: ALLE Therapeutinnen sind so oder so (daher habe ich auch den einen Kommentar im 1. Teil zensiert…). Ich berichte nur von dieser einen Suche in Zahlen und Fakten und Zitaten – und kann nur sagen: Rechne mit einigem Kraftaufwand und zieh Dir das dicke Fell an. Diese Suche hat ein Happy End (ich hoffe, dass es eins ist, wir hatten nun 7h gemeinsam, und es sieht gut aus).
      Ich geh gleich mal lesen… 🙂 lg s.

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  4. Sehr wahr was du schreibst. Ein Schutz für Patienten wäre schon super. Früher (Hypokrates) aber auch in der chinesischen Medizin (so hab ich das zumindest gehört) hat man nicht für den Versuch der Heilung, sondern für nur dann bezahlt, wenn man gesund wurde. Somit waren die Heiler auch gezwungen gut zu sein, sonst würden sie kein Geld verdienen. Das ist bei Psychotherapie natürlich etwas schwierig, weil es oft lange dauert, bis man eine Änderung merkt und umsonst möchte keiner arbeiten.
    Könnte man (oder die GKK) das Geld für jeden Termin auf ein Konto einzahlen, das erst nach ersten Erfolgen dem Therapeuten ausbezahlt wurden, gäbe es für mehr Bemühungen und Orientierung am Patienten, statt nach Konzept „f“ für alle zu arbeiten, was in vielen Kliniken üblich ist.

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    1. … wenn ich erst bei Heilung Geld bringe, nimmt mich gar kein Therapeut. Mich nimmt ja mit 100 EUR bar auf die Kralle instantly schon keiner. :-/
      Ich dachte, das chinesische System früher war so, dass man Geld an den Arzt zahlt, wenn man gesund ist. Wenn man krank wird, muss man in diesem Monat nix bezahlen oder so ähnlich? Für Bauern (und andere Selbständige) sehr sinnvoll, denn zusätzlich zum Verdienstausfall wird die Arztrechnung schwierig… lg s.

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  5. Ja, die völlige Gesundheit werden wir nicht so schnell mit Therapie erreichen, das ist schon klar. Aber man merkt ja irgendwann, ob es einem gut tut oder eher schadet, ob dei Therapeutin Versprechen und Vereinbarungen einhält, oder ob es wie in deinem Fall war, dank ständiger Ausfälle zu praktisch keinerlei (oder ungenügender) Hilfe kommt und das Geld für die Katz war.
    Ich finde so viel Schutz sollte schon sein.

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  6. Wintersonnenzauber sagt:

    Hey Sonrisa 🙂
    Ich habe es nun endlich (!) geschafft, diesen Beitrag zu lesen – tagelang ist der Beitrag nun schon offen, aber nach dem ersten Absatz kam direkt das ganz starke Gefühl „Nein, nicht jetzt“ bezüglich des Lesens. Dabei ist das Thema gerade sowas von aktuell für mich/uns, weil wir uns dringendst nach einer neuen Therapeutin umsehen müssen. Deshalb auch erstmal danke, dass du aufgrund meiner Anfrage und der Anfrage einer weiteren Person diesen Blogeintrag nachträglich nun doch zugänglich gemacht hast ❤

    Und auch wenn ich noch an dem Punkt bin, dass ich Therapeutinnen anschreiben / anrufen (*grusel* ich mag nicht direkt telefonieren – und wenn es dann nur die Möglichkeit gibt, dass man auf das Band sprechen soll, dann möchte ich am liebsten diese Therapeutin direkt abschreiben …) muss:
    Ich möchte dir einfach danken, dass du dir die Mühe gemacht hast, um Tipps zu geben, wie man gut in eine neue Therapie starten kann.

    Meine erste Therapeutin war super, hatte Erfahrung und es war auf Anhieb Sympathie und Vertrauen da (ich habe zwar keine Ahnung wieso, aber ein bestimmtes Bild in ihrem Therapiezimmer hat zusätzlich ganz entscheidend zu diesem Gefühl beigetragen). Leider ist sie inzwischen in Altersteilzeit und nimmt keine Langzeittherapien mehr an – und sie sieht durchaus wohl die Notwendigkeit einer Langzeittherapie, weshalb sie mir leider für eine erneute Therapie eine Absage erteilen musste. Zusätzlich hat sie mir zwar zwei Kolleginnen genannt – diese arbeiten aber beide mit dem Kostenerstattungsverfahren. Und als aktuell noch ALG 2- Empfängerin kann ich mir ein Selbstzahlen nicht leisten. Also bin ich auf die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse angewiesen. (verlinkte Werbung entfert, Anm. SM)
    emdria

    ich hoffe, dass ich darüber zumindest eine für mich mögliche Therapeutin finde.

    Liebe Grüße

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    1. Hallo Wintersonenzauber, darf ich mal etwas provokant fragen: Was erwartest Du Dir von einer neuen Therapeutin? Was macht die Dringlichkeit aus? Ganz lieben Gruß schickt Dir s. PS: Vielleicht magst Du mal die neueren Blogbeiträge sowie die Artikelserie „der Sinn von Therapie“ anschauen, da geht es um den Beitrag, den Psychotherapie leisten kann oder eben nicht leisten kann.

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      1. Wintersonnenzauber sagt:

        Hallo Sonrisa,

        ähm … nee, hier gibt es keine Emdria – das war nur ein weiterer Punkt der Punkte, die du weg gemacht hast, weil du es als Werbung wahrgenommen hast …

        Ja, also … ähm … ich habe keine Ahnung … es wird immer nur gesagt „Empfohlene Behandlung: Ambulante Therapie“ … also müssen wir das machen … oder etwa nicht? Ich weiß es nicht, was die Dringlichkeit ausmacht – vielleicht weil wir ja sowieso noch bestimmt ein Jahr warten müssen, bis eine Therapie beginnt? Und wir ja nicht wissen, was bis dahin los ist? Ich weiß es nicht … ich bin mit dem Thema überfordert und alle Fragen, die eine Antwort von innen erfordern, lösen Angst aus … Angst, ob wir die richtigen Antworten geben (auch wenn es ja keine „richtigen“ Antworten nach Lehrbuch gibt, sondern das „richtig“ wäre, was für UNS „richtig“ wäre … )
        Antworten aus dem Innen heraus machen allgemein Angst, hab ich das Gefühl … deshalb wird lieber geschaut, was andere im Außen so von sich geben … ich weiß nicht, ob es früher irgendwas gab, wo keine eigene Meinung, keine Antwort von Innen heraus, kein selbst nachdenken erlaubt war – aber ich weiß, dass das keine-eigene-Meinung-haben bzw. das die-Meinung-einer-anderen-Person-übernehmen sich durch ganz viele Zeiten durchzieht.

        Es sehen zwar einige den Sinn darin, sich die von dir vorgeschlagenen Blogeinträge durchzulesen – bei anderen löst das allerdings helle Panik aus. Einfach ganz weit vorspringen im Blog? Das wäre ja … das wäre ja wie … als würde man in einem spannenden Buch auf die letzten Seiten schauen, nur um zu gucken, ob es gut ausgeht! Nein, nein, das geht gar nicht, das ist verboten verboten verboten! Aber es wurde vorgeschlagen und es wurde erlaubt von derjenigen, die den Blog geschrieben hat – und das sogar schon mehrfach …
        Tja, und dann geht die große Diskussion los, was denn mehr wiegt, das generelle Verbot oder deine Erlaubnis … und während sich diese zwei Parteien streiten, kommt irgendwer und liest einfach da weiter, wo wir gerade stehen geblieben sind: Bei Blogeintrag 19 – denn zurückschauen dürfen wir anscheinend gerade doch.

        Und ja, ich weiß, diese Antwort ist eigentlich kaum eine Antwort auf deine Fragen, weil es dazu einfach noch keine Antworten gibt. Vielleicht liest du aber auch heraus, dass sich hier mehrere eingebracht haben, es gab währenddessen immer wieder Wechsel, die ich beobachten und bemerken durfte, auch wenn ich selbst niemanden benennen könnte, wer jetzt da war. Ich selbst bin eine Beobachterin, vielleicht auch Chronologistin oder wie das heißt, und schaue einfach nur.

        Liebe Grüße

        Gefällt 1 Person

        1. Hallo, ich freue mich über deine Antwort. Ich bin gerade im Museum und antworte später. Lg s

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        2. Hallo Wintersonnenzauber, bitte entschulidge… was hab ich da für Murks gemacht? ich hab’s ausgebessert… Ich entferne Links zu gewerblichen Seiten fast grundsätzlich aus den Kommentaren.
          Wie schön, dass sich bei der Antwort mehrere eingebracht haben! Voll gut…
          Es ist natürlich vollkommen DEINE Entscheidung, was Du wie in welcher Reihenfolge und wie vollständig oder unvollständig lesen möchtest! Es ist nur so, dass es in den beiden genannten Artikelserien THEMATISCH genau da weiter geht, falls Dich meine heutige Meinung (nicht die aus 2017) dazu interessiert. Wenn nicht, dann nicht lesen, ganz einfach. 🙂 Ich würde mich FREUEN, wenn Du dort weiterlesen magst zu Deinem Thema, aber Panik soll das natürlich nicht auslösen…
          Es stimmt: Therapeuten, die mit Therapie Geld verdienen, empfehlen selbstverstänlich ihre eigene Dienstleistung. Ich für mich muss sagen, dass ich viel mehr Erkenntnisse ziehe aus der kostenlosen Selbsthilfegruppe (mit der niemand Geld verdient) unter Gleichgesinnten. Dort wird es auch nicht so schnell passieren, dass jemand zu mir sagt: „Hallo?! Sie sind nicht hier, um sich gegenseitig Tipps zu geben!“ wie das eine Therapeutin während einer Therapiestunde zu uns Patientinnen gesagt hat. Worauf ich ganz verdattert war: „Wozu zur Hölle sind wir denn dann hier?!“ Also ich war jedenfalls dort, um Tipps zu bekommen, die funktionieren – egal von wem.
          Ein Jahr warten, schreibst Du. Du könntest auch denken: ein Jahr LEBEN. Warum kannst Du jetzt nicht leben, und sollst stattdessen warten?
          Extralieben Gruß, s.

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