Bullet Journal: Bilderbuchtour :-)

Danke für Euer Feedback zur Bullet Journaling Serie. Neugierig habe ich mich durch die Fotos von Euren eigenen Bullet Journals geklickt, die Ihr mir geschickt habt. Einige von Euch haben seit den Artikeln sogar erstmals ein BuJo angefangen. Mehrere haben sich noch mehr Bilder von meinem gewünscht – here we go…

*** aus Speicherplatzgründen *** nur 72 Stunden verfügbar ***


Mein eingenes Bujo

#1. Erstes Task nach drei Monaten erstmals in der Arbeit: 700 Emails beantworten (wenn es weniger als drei Minuten dauert) und alle anderen nach Dringlichkeit priorisieren. Die Größe der Kästen ist so gewählt, dass sie reichen „müssen“ – was keinen Platz mehr hat, muss später geplant werden. Anstrengend, so viel Organisationskram, wo ich eigentlich „richtig arbeiten“ will. Daher habe ich (etwas skeptisch guckende) Wildtiere zu meiner Ermutigung auf die Doppelseite getan.

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Oft höre ich: „Wow, leider kann ich nicht so zeichnen wie du.“ … während ich finde: Ich kritzel doch nur. Diese Wildtiere bestehen nur aus wenigen Strichen und Flächen. Wenn man damit beginnen möchte, lohnt sich ein Pinterest-Account. Dort gibt man ein „Panda zeichnen einfach“ und erhält viele Vorschläge zum Nachmachen.

#2. Ich sehe nicht besonders viel fern, eine Doppelseite reicht für etwa drei Monate. In der linken unteren Hälfte sammle ich meine Lieblingszitate aus den Filmen und Serien dieser Zeit.IMG_2684

#3. Mit der Zeit wurde der Spruch zur Woche – immer gegenüber der Taskliste – kleiner und die Illustration dazu größer. 🙂 Schwarzes Pinguinauge auf schwarzem Grund – hach, ich liebe Pinguine und sollte für meine Psyche jeden Tag einen malen. („Manchmal muss man sich Phantasie injizieren, damit man nicht an der Realität verreckt.“) Zwei Beispiele aus unterschiedlichen Wochen:

#4. Musikjunkee…

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#5. Am Wochenlayout habe ich viel herumexperimentiert – ich habe den Anspruch, abends nur wenige Minuten für meine Tageszusammenfassung zu brauchen. Hier ist jene Version, bei der ich seit vielen Wochen bleibe:

  • Zeittracker (Balken links: gelb – Schlafen/Essen, Rot-/Pink-Töne – Arbeit & andere Pflichten, Grüntöne – Therapie & deren Vor-/Nachbereitung, blau – Spazieren & Sport, braun – auf der faulen Haut, Pfeile – Reisezeit) … wie schon erwähnt: Ich würde das nicht machen, hätte ich nicht so viele Blackouts; hier ist mein Ziel eine möglichst bunte Woche (wenn alles rot ist, habe ich außer Arbeit nicht viel Lebensinhalt gehabt).
  • Tagespunkte (Quadrat mit Querstrich – erträglich, Quadrat obere Hälfte ausgemalt – hat Spaß gemacht, Quadrat untere Hälfte ausgemalt – war hilfreich; etwa Haarefärben mit einer Freundin hat Spaß gemacht, weil wir dabei ein nettes Gespräch hatten UND war hilfreich, denn meine Haare sind nun bunt 🙂 )
  • Wochentasks (Kreise mit oder ohne x)
  • Text zu Tagen, wo es etwas zu erzählen gab, oder ansonsten zumindest ein Satz als Wochenzusammenfassung (rechts neben der Libelle)

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#6. Jeder Monat beginnt mit einer Monatsübersicht mit klitzekleinen Illustrationen der schönsten oder wichtigsten Momente des Monats…

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In letzter Zeit üben mehrere aus ∑ich über dem Bullet Journal Einigungen – die letzte Maiwoche war da nicht sehr erfolgreich, aber rechtzeitig zum 30.5. kann ich sagen: We proudly present … Einigung! … Thema für Juni ist Vögel.

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Jeder Monat hat sechs Seiten Tracking, wo ich täglich nur Kreuze setzen brauche. April war ein ziemlich guter Monat mit nur drei Tagen mit roten Feldern, obwohl ich in der Arbeit wirklich, wirklich viel zu tun hatte.

(Tracker zeitweilig entfernt)

Die Tracker habe ich inzwischen weiter optimiert: Durch die Kurven sieht man auf einen Blick, bei welchen Themen es in einem Monat Probleme gab – oder eher: wie sich Symptome abwechseln… Ganz unten in grün eine für mich gut lesbare Summe der Symptome. Ich versuche jeweils eine einzige Maßnahme fürs nächste Monat festzulegen: Hier ist es, abends genau drauf zu achten, meine Medikamente pünktlich zu nehmen – hätte ich das in diesem Monat schon gemacht, hätte ich nur dreimal statt sechsmal in diesem Monat „echt schlimm“ loggen müssen (Pfeile in der Grafik).

(Tracker zeitweilig entfernt)

#7. Ich hatte mir vorgenommen, den Mai in hellen Grüntönen zu halten und die Wochen hauptsächlich mit Gräsern zu verzieren. Mein Monatsdeckblatt ist aber immer rund, da passt das nicht mit den Gräsern, daher wurde es ein Ast mit Blüten und Lampions für die Grüntöne. Jemand anders aus ∑ich fand die Lampions sooooo toll, dass das Monatsthema nun eher „Japan“ ist denn „grüne Gräser“.

In einer Mai-Woche hatte ich tatsächlich keine Zeit, um eine Woche vorzubereiten – ich war kaum einen Tag vor 22 Uhr von der Arbeit zuhause (Klinikpause – immer noch nacharbeiten). Den Wunsch von jemand aus ∑ich nach Kois habe ich dennoch erfüllt: Einfach ausgeschnitten, eingeklebt, fertig. 🙂 Insgesamt ist das der erste Monat, wo mehrere aus ∑ich alle vier Wochen den Thema Japan treu geblieben sind – aber wenn nicht, wäre es genauso schön gewesen. 🙂

Tja, das sind die Momente, wo ich wirklich grinsen muss – das Bullet Journal ist über die Zeit ein gutes Innenkommunikationsmittel geworden! Nicht nur, dass die Geschäftsführer erstmals damit konfrontiert sind, dass andere aus ∑ich nicht schlafen können, Schmerzen haben oder sich umbringen wollen… Jemand wünscht sich ein Bild, jemand anders setzt es um, quasi als keines Geschenk an Innenleute, die nicht sprechen oder zeichnen dürfen oder können, aber inzwischen Wünsche äußern. Es kommt vor, dass in stillen Momenten immer wieder auftaucht: „Darf ich den Bambus nochmal anschauen?“ – und ich hole dann das BuJo (zum xten Mal) und jemand sitzt mit staunenden Kinderaugen vor dem Bambus, der da nicht wäre, wenn es nicht gewünscht worden wäre – Miniaturerlebnisse zur Selbstwirksamkeit, fühlen sich an wie erstmals ever. 🙂 … zumindest im BuJo macht mir das keinen Stress mehr, wenn welche aus ∑ich Dinge planen („Diese Woche kommt eine Skyline als Wochenthema und alles bleibt in schwarz-weiß.“ siehe oben) – und am Ende pfuschen andere aus ∑ich rein und dies ist das Ergebnis:

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#8. Eine Wochenseite zum Juni-Vogelthema. Auf die Wochenseiten „dürfen“ keine Sprüche, auch wenn ich aus ∑ich hier gern neben den Eisvogel (entdeckt bei Sabrillu) „Live your life like someone left the gate open,“ geschrieben hätte. Die BuJo-Akiven aus ∑ich haben große Freude mit der Regelung, dass der Spruch auf die nächste Seite kommt – mit jeweils einer Illustration eines echten Erlebnisses dieser Woche: Hier war mein passendes Erlebnis zum Spruch der Woche: Raften! Noch nie hat uns ein Guide vom Boot aus ins weiße Wasser springen, eine Weile treiben lassen und danach die im Boot Verbleibenden ein Rettungsmanöver fahren lassen. Ich wurde aus den Stromschnellen gerettet! Voll cool!

#8. Ich bin eine schechte Schenkerin… Wenn mir etwas Passendes für eine Freundin einfällt – sofort notieren! Ganz wichtig! [Bild entfernt nach 72h]

Explizit gewünscht als Geschenk haben sich zwei Menschen in meinem Umfeld ein individualisiertes Bullet Journal – hier kommen ein paar Seiten daraus…


Manchmal freue ich mich über Zahlen – in dem Fall die Blog-Statistik:

  • wenn Konstruktives / Kreatives die Horrormeldungen überholt (in diesem Fall: Der erste Artikel der Bullet Journal Serie 042 Organisation für komplexe Traumafolgestörung (1) hat Artikel 030 überholt und aus den TOP3 verdrängt)
  • wenn gute Nachrichten mehr Hits haben als schlechte Nachrichten (der Tag, an dem 070 Idee mit Rettungsboot online ging, hat 486 Aufrufe – Rekord seit es das Blog gibt)

Bullet Journals für Freunde

Zwei Doppelseiten aus meinem ersten Geschenk-BuJo

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Monatsreflexion…

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Flip through durch mein zweites Geschenk-BuJo

[12 Bilder entfernt nach 72h]

Mai – Thema Berge für Wanderlustige. Am ersten Bild kann man gleich feststellen: BuJos sind nichts für Perfektionisten – es passieren immer wieder Fehler. Macht nichts! Manche bessere ich aus, andere dürfen bleiben als Erinnerung: Dinge müssen nicht perfekt sein, um Freude zu machen. 🙂 (Der Link führt zu einem meiner BuJo-Lieblingskanäle zum Thema Fehler im BuJo.)


Materialempfehlungen hab ich auch letztes Mal (046) schon gegeben. Mein Bullet Journal von Leuchtturm 1917 ist beinahe voll, mein nächstes ist schon gekauft: Lemome dotted A5 mit Korkeinband hat die dicksten Seiten und ist hoffentlich gut geeignet für Aquarellfarben. Ich verwende Farbstifte (für schöne Farbverläufe), Aquarellfarben (lasierend) und seit neuestem auch Filzstifte (die grellsten Farben) – da haben Crayola Supertips ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis (50 Farben im Set). Je nachdem, wie man den Stift hält, erzeugt er eine dünne oder dicke Linie.


Bilder von Deinem BuJo? Gerne als Link ins Kommentarfeld oder per Mail an sonrisa.mussorgsky@gmail.com. Ich freu mich drauf!

21 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sooooooooooooooooooooooo toll!
    Ich liebe diese Bullet Journal Ideen von dir! 😀☀️
    Jede Seite ist wunderbar kreativ gestaltet. Da bekomme ich jedes mal gleich Lust wieder ein bisschen in meinem rumzumalen.😉

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  2. Pauline-s sagt:

    boah, was für ne Arbeit. Was für ne zutiefst sinnvolle, kreative Arbeit.

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  3. A/Part sagt:

    Wahnsinn. Absoluten Respekt nicht nur für die Kreativität und das Aussehen sondern auch für eure …Wort fehlt…Fähigkeit das konsequent zu machen. Wir legen uns Bücher an und Apps und alles. Seit Jahren und es wird nicht genutzt. Kann nicht genutzt werden und immer wieder geht uns so vieles dadurch verloren. Es ist so traurig.
    Ganz ganz toll. Idden hätte ich viele davon etwas mit zu nehmen und für uns zu nutzen. Aber ich weiß…am Ende bleibt es wieder leer.
    Aber wirklich ganz ganz tolllllllll euer Journal.
    Liebste Grüße

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    1. Hallo Du, hm. Ich kann das so gut nachvollziehen, was Du schreibst! Ich habe genau wie Du JAHRE hinter mir (Kalender, Tagebuchversuche, Apps), wo das nicht gut geklappt hat. Der Trick war wohl,
      – dass es im BuJo eben NICHT konsequent sein muss (es erzeugt keine leeren Seiten, wenn man es mal 3 Monate liegen lässt) und
      – dass es für mich besser klappt, Kreuze zu setzen als Text zu schreiben (was auch zum Auswerten blöd ist, also selbst wenn ich „brav“ (Symptom-)Tagebuch geschrieben habe, war es immer noch elends mühsam, da Infos draus zu gewinnen – nun ist es ein Blick in der Analyse und halt abends ein paar Kreuze setzen)
      – dass es Bilderbuchseiten gibt – das finden welche aus ∑ich total gut.

      Was kann ich für den Start empfehlen?
      – Versuchen, das intern durchzudiskutieren. Was ist einfach genug, dass möglichst viele mitmachen KÖNNEN? Was wird boykottiert? Darauf würde ich unbedingt Rücksicht nehmen. Bei mir würde das nicht gehen, wenn eine Therapeutin sich das würde anschauen wollen. Das würde vermutlich auf die nächsten Wochen mein Eintrageverhalten verändern. Die Ergotherapeutin hat mal eine Woche sehen wollen und das vorher angekündigt – diese eine Woche hat sehr andere Texte als die anderen…
      – Mit dem beginnen, was Du sowieso tust, nur eben nun ins BuJo rein. Du schreibst mehrfach pro Wcohe Einkaufslisten? – Dann versuch mal, die ins BuJo zu tun statt auf Zettel. Oder Du schreibst ohnehin Therapiestunden-Zusammenfassungen? Vielleicht magst Du damit im BuJo weitermachen? Ich würde eher banale Dinge starten als zu große… erst da die abendliche Gewohnheit etablieren und dann zu schwierigeren Themen gehen. Nichts muss, alles kann.

      Viel Vergnügen,
      s.

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      1. Birke(von)Zeitenmosaik sagt:

        Und dann gehe ich mit BUJO einkaufen?? Hm… ich merke immer wieder WIE DOLL großartig diese Kreativität ist und wie es hier auch den Wunsch gibt, dies zu tun… doch mich überzeugt für mich selbst noch Null, warum ich einerseits Symptome oder andererseits Fernseh-Sendungen tracken soll… In mir bleibt immer die Frage: Wozu das alles?… Eine im Moment gern gestellte Frage: Wozu? Wozu rausgehen? Wozu Menschen treffen? Wozu BUJO?…

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        1. Hi Birke, wenn’s Dir nix bringt: LASS ES! Very easy. 🙂
          Für mich kann ich Deine Fragen beantworten (sollte Dich das interessieren, aber ich will Dich keinesfalls überreden).
          – Mein letztes BuJo war eine Nr. kleiner, das hat perfekt in das kleine FAch meiner Handtasche gepasst: damals – ja mit BuJo einkaufen. Ansonsten abfotografieren, mach ich auch oft, weil ich die Liste schreibe und sie meinem Mann aufs Handy schicke, der einkaufen geht. Hat den Vorteil: brauche nur zurückblättern zu den letzten Einkaufslisten udn hab damit vielleicht eine Idee für den Menüplan für diese Woche.
          – Wenn Du kein Syptomtracking brauchst: einfach nur beneidenswert – dann lass es. 🙂 Ich verDISe meine Symptome halt leider.
          – Fernsehsendungen tracke ich eher, mit wem gemeinsam ich geschaut habe und eben die Zitate, die mir gefallen haben, die ich in der linken unteren Hälfte notiere.
          – Wozu rausgehen? Ich liebe den Wald, daher.
          – Wozu Menschen treffen? HA! Genau ins Schwarze!!! Ich brauch derzeit keine Menschen. Ich würde mich am liebsten genauso lang in unserem Wochenendhaus verbarrikadieren, wie ich in der Klinik war, um die (negativen) Effekte von dort möglichst zu nullen. Ich hab gerade Menschenallergie (oder Sozialphobie).
          – Wozu BuJo heute, an genau diesem Tag? Um zu notieren, dass ich die Hausaufgabe für Ergo nicht machen willkann, weil die Frage direkt in die Helferparanoia führt udn ich das mit der Ergofrau nicht diskutieren will (weil professionelle Helfer unterdurchschnittlich kritikfähig sind und das strategisch völlig blöd wäre, wenn sie dann meint, sich für Dinge rechtfertigen zu müssen, die andere Leute getan haben – ich will’s mir mit ihr nicht versauen, die ist nett). Eine Ausrede dafür finden und im BuJo notieren (sonst ist die weg, wenn ich sie brauche / wobei das auch blöd ist, denn selbstverständlich gibt’s auch dafür Labels, die ich kassiere: unwillig oder so. Vielleicht gehe ich dazu über, Helfern das zu sagen, was sie hören wollen, was dann 0% authentisch ist, aber wenigstens nicht anstrengend für mich). Und ein paar andere aus ∑ich würden gern Tiere anmalen, für die mach ich Schnecken und Würmchen udn die dürfen dann ausmalen. DAFÜR. Für solche aus ∑ich, die sonst nirgends Platz in meinem Leben haben.
          Alles Liebe aus dem Wochenendhaus, aus der Hängematte, die in meinem persönlichen Stück Wald hängt, s.

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        2. Birke E. von ZEiTENMOSAiK sagt:

          Hi… Bin nun auch damit „konfrontiert“, dass Therapeutin die Bitte zum Protokoll schreiben äußerte… habe daher grad bei dir nochmal geguckt… du schriebst: „wie schon erwähnt: Ich würde das nicht machen, hätte ich nicht so viele Blackouts“… genau das denke ich mir nach wie vor: Blackouts sind nicht mein Thema… verstehen kann ich von dir: „hier ist mein Ziel eine möglichst bunte Woche“… Hast du das Gefühl durch das Schreiben des Protkolls über den Tag verändert sich etwas bzgl. Amnesien?… Ich habe dazu grad Artikel geschrieben und so viele Fragen… zum Beispiel: Was noch, außer dass Amnesien deutlich werden, könnte Sinn und Zweck von „Protkoll schreiben“ sein?… Bin so hin und her gerissen, welchen Mehrwert das für mich haben könnte… und wie detailliert ich es schreiben wollen würde (deshalb hab ich grad hier dein Foto nochmal angeschaut, danke dafür)… Hm… Kannst du Ziel für dich benennen, was noch außer „bunte Woche“ dir deutlich wird über das Protokoll schreiben?…

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        3. Hallo Birke,
          ich lese aus Deinem Kommentar, dass Du meine zwei Hauptgründe für die Wochenübersicht bereits erfasst hast. Hier nochmal meine Gründe pro „Protokoll“ (das klingt schon sehr formell, oder?)
          1. Blackouts ausfindig machen (Innenkommunikationsmittel) Wie wurde die Zeit verbracht? Selbst wenn ich mich nicht erinnere, was ich gestern nachmittag gemacht habe, kann ich zumindest schummeln und nachsehen.
          2. Work-Life-Balance verbessern. Gerade in der Arbeit kann ich mich so reintigern, dass ich am Ende nicht mehr sagen aknn, ob ich heute eine, sieben oder siebzehn Stunden gearbeitet habe (als extremes Bespiel an einem fiktiven Tag, wo mein Mann mit unserem Kind einen Ausflug gemacht hat). Daher kommt der Satz mit der bunten Woche: Es gibt einen Farbcode für die Wochenübersicht, und meine Balance zwischen Therapie – Mutterschaft – Ehefrau sein – Arbeit – Zeit für mich – Freunde treffen habe ich so zumindest im Überblick. Ich plane tatsächlich inzwischen ein bisschen nach diesen Farbcodes. Diese Woche habe ich noch nichts mit meinem Mann zu zweit geamcht? (Dunkelgrün fehlt – dann kann ich überlegen, ob wir ins Kino wollen, ein Spiel spielen etc.)
          Für mich ist es also enorm nützlich, diese Wochenübersichten zu machen. Es geht nicht um Tagebuch fürhen oder etwas protokollieren – es ist mir egal, ob ich heute in einem Jahr nachschauen kann, was ich heute getan habe. Es geht mir nicht um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart. Es geht mir darum, die aktuelle Woche bestmöglich steuern zu können. (Wenn meine Therapeutin ein „Protokoll haben“ hätte wollen, wäre bei mir ganz sicher nicht sowas Sinnvolles raus gekommen, weil mich das Wort abgeschreckt hätte.
          Bei Dir kann das aber alles ganz anders sein. ad 1) Vielleicht macht es Dir (anders als mir) keinen Leidensdruck, dass Du am Ende der Woche keinen blassen Schimmer hast, was eigentlich in der Zeit passiert ist. Vielleicht gibt es Dir nicht ein ständiges Ohnmachtsgefühl so wie mir – dann brauchst Du die Wochenübersicht nicht. ad 2) Dein Alltag ist weniger komplex (vermute ich mal: keine Arzeit dzt., keine Ehe, kein pubertäres Kind mit gefühlt stänig wechselndem Stundplan – Taxidienste, Gesprächsbedarf etc., kein Haushalt für 3 Personen mit dem leidigen Hemden-Bügeln), und bei Dir kommen andererseits Anforderungen dazu, die ich nicht habe (z.B. Miete überweisen müssen, Großeinkauf machen) als meiner, daher brauchst Du ziemlich sicher etwas anderes als ich.
          Verändern sich die Amnesien, seit ich die Wochenübersicht in der Form mache? Bisher nicht, aber ich habe das Gefühl, mehr Kontrolle zu haben und weniger verloren in der Zeit zu sein. Weniger Amnesien habe ich durch weniger Stress, aber um den zu finden in meinem Alltag, brauche ich die Wochenübersicht. Um Zusammenhänge zwicshen Stress und Symptomen zu sehen, brauche ich die Übersicht. Indirekt also ja – das verändert sich.
          Für mich war sehr wichtig, dass das Aufschreiben wenig Zeit brauchen darf. Und das ist mir gelungen mit der Form, in der ich es seit knapp einem Jahr führe: Diese Zeitachse ist wichtig für mich (s. Artikel Bullet Journal Printables zum kostenlosen Download) und es reicht, wenn ich mich einmal mittags und einmal Abends hinsetze und die Tätigkeiten eintrage. Ich brauche für mein gesamtes Tracking pro Tag nicht länger als 5 min. Ich bin weg vom Text schreiben und hin zu Kästchen-befüllen – ist auch aussagekräftiger, finde ich.
          War das hilfreich? lg s.

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        4. Birke E. von ZEiTENMOSAiK sagt:

          Hi, danke für deine Ausführungen… ok… Blackouts ausfindig machen… ja. Wenn in dem Augenblick des Kreuzens Innenkommunikation läuft, das würde mich überzeugen, um gemeinsam den Tag Revue passieren zu lassen… und… in der Tat, Leidensdruck habe ich grad nicht… dafür weiß ich genug aus der Woche… ob jetzt jedes Detail, keine Ahnung… war bisher halt nie wirklich Thema für mich. Gibt andere Themen unter denen ich wirklich leide… und wenn wirklich Zusammenhänge zwischen Stress und Symptomen gesehen würden, wäre das ja auch sehr von Vorteil. Was wird immer „ausgeblendet“ und nicht gespeichert?… Bei mir schrieb ich grad noch die Frage: was genau wären für mich halt die Stichworte, die ich kreuzen wollen würde… die hast du für dich klar. Da stehe ich grad… Danke nochmal für deine Worte.

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        5. Hallo Birke, solltest du beim Layout für einen Testlsuf Hilfe brauchen: Ich helfe sehr gern! Lg s ps: um jedes Detail wissen geht’s echt net, das kann niemand!

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  4. Ayna Anaya sagt:

    Wunder- wunderschön – mein großes Kompliment, liebe Sonrisa.
    Ich kannte so etwas bislang noch gar nicht …

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    1. Hallo, ich habe in den anderen Kommentar hier nochmals Einsteiger-Tipps geschrieben. Vielleicht sind die hilfreich? lg s

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      1. Birke(von)Zeitenmosaik sagt:

        Hi, nein nein nein, du hast keinesfalls eine BUGO-Allergie bei mir ausgelöst… es ist eher Neid um die Zeit, die du dir für Kreativität nimmst… Und mein Gehirn arbeitet und möchte auch gerne… doch ich brauche einen Kalender… und dann noch ein BUJO? hm… aber was da herein? Mein Hirn denkt jetzt eher über die Kombi Kalender und da drin Platz für anderes nach… Kaneder selbst gestalten? Und freie Seiten?…für Packlisten und To-do-Listen, also das, was ich sowieso wo anders noch hinschreibe…

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        1. Jeder Mensch in unserer Zivilisation braucht einen Kalender. Das stimmt.
          BuJo „braucht“ man nicht – für mich ist das ein Luxus, den ich mir nehme, der mir bei der Innenkommunikation so hilft, wie nichts anderes – aber das hat sich entwickelt, das war nicht immer so.
          Wie gesagt, ich habe Kalender und BuJo getrennt wegen der Arbeitstermine. Da muss jeder seinen Weg finden.
          Was müsste in Deinem BuJo drin sein, damit mehrere aus ∑du es gerne in die Hand nehmen würden? (Ich würde es WEGWERFEN, wenn da nur ToDo-Listen drin wären! Meine vorletzte Seite hat den Spruch: „Das Leben besteht nicht aus ToDos, sondern aus TADAAAAS!“ – brauch ich grad, bei so viel Arbeit… lg

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        2. Birke(von)Zeitenmosaik sagt:

          Gibt ja auch „Wunsch-to-do-Listen“-… in den Kalender wird grad ab und an eingetragen: Ich möchte gerne…

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        3. Oh! Gut! „Ich möchte gern…“ ist super! Oder „Ich mag an mir…“ oder „Ich mag an der Welt…“ oder „Ich mag an meiner besten Freundin…“ usw. 🙂 *hauptsache was MALEN schreit jemand aus ∑ich* 😀

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      2. Ayna Anaya sagt:

        Oh ja, danke. Liebe Grüße.

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  5. Sabrillu sagt:

    Superschön Sonrisa! 😍 und weit weg von „Gekritzel“! Ich finde das toll, dass du dir Zeit nimmst um so ein tolles, ganz persönliches Bullet Journal zu gestalten 🙂 Ich finde, man ist dadurch gleich viel reflektierter, weil man sich die Zeit nimmt, den Alltag Revue passieren zu lassen, Highlights aufzuschreiben und neue Ziele zu definieren. Ich mache das auch, nur in abgeschwächter Form 🙂
    Ganz besonders gefreut habe ich mich über das kleine Vogel-„Zitat“ 😁 ist dir wunderbar gelungen 😊❤️

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    1. Darf ich beim Vogel zu Dir verlinken? Denn Deiner ist natürlcih viel schöner…

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      1. Sabrillu sagt:

        Natürlich! 😊 das wär sehr lieb danke 🙂 würd mich freuen wenn der eine oder andere vorbeischaut 🙂

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