+++ Newsticker: Vortrag in der Schule +++

Mein Kind erzählt mir bei einer Autofahrt vom Schultag: Da war ein total interessanter Vortrag von jemandem, der eineinhalb Jahre in Amerika mit einem indigenen Volk gelebt hat. Er hat erzählt von allem, was dort anders läuft als bei uns. Man spricht kaum. Es gibt keinen Smalltalk. Ab ca. acht Jahren ist man vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.

Dass Kulturen anders sind und das berichtet wird, ich total toll. Ich freue mich über die Horizonterweiterung meines Kindes. Weiter geht die Erzählung: Dort bekommen Mädchen ihr erstes Kind mit 10 Jahren oder so.

„Sex ist dort für 10jährige kein Problem, weil das Trauma, dass die Kinder bei uns angeblich haben, ja nur von der Gesellschaft eingeredet wird später, wenn die dann erwachsen sind,“ belehrt der Vortragende die Klasse.

Und alle Lehrer stehen daneben, wie die Jugendlichen das hören. Niemand widerspricht, niemand kommentiert.

Ich bin im Auto echt innerlich ausgezuckt. Mein Kind sagt: „Gell, das stimmt nicht, was der gesagt hat?“

Ich würd gern einen Brief an die Schule schreiben, ob ihnen klar, ist: In unserem Land ist 1 von 5 Mädchen betroffen von sexueller Gewalt und 1 von 7 Jungs. Wie das wohl bei denen ankommt, wenn sich jemand hinstellt und behauptet, Sex für Kinder ist eh voll nett?

Wie bitte?! Das ist eine Schulveranstaltung im Jahr 2020?

Wenn ich das live gehört hätte, hätte ich sicher den Mund nicht halten können. Dann hätte ich brav aufgezeigt und gefragt, ob er in den 1,5 Jahren den Sex mit 10jähringen genossen hat, den er bei uns ja nicht legal haben darf.

Live hätte ich den sowas von durch den Dreck radiert…

Überlebende von sexualisierter Gewalt als Kind haben damit NIE ein Problem? Das haben ALLE erst als Erwachsene, nachdem sie es von der Gesellschaft erklärt bekommen haben, dass das böse war?

Hä?

Soll ich der Schule einen Brief schreiben? …dass die Polizei in meinem Land eine Statistik hat, die sagt, hier muss ein Kind 7x versuchen, eine Vertrauensperson einzuweihen, bevor geglaubt wird / etwas unternommen wird. 7x! Und mit solchen Vorträgen in den Schulen sicher NOCH ÖFTER. Wie großartig Täter-freundlich. In einer verpflichtenden Schulveranstaltung.

Mein Kind jedenfalls sagt: Es glaubt „diesem Typen kein Wort, weil das unlogisch ist.“ Es will nicht jetzt schon ein Kindergartenkind haben und Sex haben. Igitt, hat mein Kind gesagt.

Würdest Du der Schule schreiben? Und wenn ja, was? Magst Du mir beim Formulieren helfen?

18 Kommentare Gib deinen ab

  1. Du hast ein sehr kluges Kind.
    Freut mich sehr, dass es das gibt. Das schenkt Hoffnung.

    Ich hatte Pipi in den Augen, als ich das las, was die da in Schulen verbreiten.
    Das ist grausam und schlimm. Und es raubt den betroffenen Kindern, die da in den Klassen sitzen, jede Hoffnung auf Hilfe.
    Weil sie zwangsläufig zu dem Schluß kommen müssen, SELBST SCHULD zu sein, dass sie *das* nicht einfach gefälligst schön, liebevoll und wunderbar finden können.
    Sie werden gezwungen, zu schweigen.

    In mir würden ganz sicher welche in die Schule gehen und toben wollen.
    Schreien, wehren, die Köpfe der Verantwortlichen waschen und sie der blinden Idiotie bezichtigen.
    Der Mittäterschaft und des völligen Wahnsinns.
    Aber ob sie sich wagen würden in Anbetracht der anderen innen?
    Die sich nicht trauen oder um Nachsicht ersuchen? Weil „unsere Gesellschaft halt insgesamt noch derart mit Blindheit geschlagen ist“?!
    Es ist noch sehr viel Arbeit zu tun, um in Deutschland zu erreichen, dass Menschen GEWALT als Gewalt erkennen und begreifen – und endlich etwas tun, um sie zu verringern.
    Du bist eine absolute Wortkünstlerin hier in deinem Blog.
    Ich wünsche dir alle Kreativität, Empathie und doch auch Wut, um die richtigen Worte zu finden für die Schule und deren Menschen.
    Ich glaube sicher, Du kannst das auch ohne mich.
    Aber JA, es sollte etwas gesagt werden.
    Alles Liebe 🙂

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  2. Tinkerbell sagt:

    ja, ich wrüde auf jeden Fall schreiben, nicht jedes Kind hat eine gute Mutter zuhause, und grad die bräuchten dringend eine Validierung von aussen.

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  3. Pollys sagt:

    Puh, ich nehme an, der Vortragende war männlich… Außer in matriarchalischen Gesellschaften ist es wohl üblich dass Männer meist so denken und handeln. Und dies auch über Jahrhunderte vielleicht Jahrtausende so gehandhabt haben.
    Auch auf die Gefahr hin, dass Du mich erwürgst liebe Sonrisa, teile ich Dir auch einen Gedanken mit, der mich durchzuckt hat – verzeih: Meine Kindheit war übel, Gewalt und Missbrauch und dennoch verspürte ich während ich darin gefangen war – keinerlei Leid – na ja, ich konnte es dissoziieren ist sicher nicht der optimale Umgang damit, wie wir als DIS und Co ja wissen. Dennoch fiel mir ein, dass es in meinem Fall so war, dass mein Leid erst anfing, als ich in Therapie ging (mit 17 die erste)…. als ich ein Bewusstsein dafür entwickelte.
    Nun bin ich die letzte, die Missbrauch und Gewalt verniedlicht – aber als all das in der Kindheit passierte – litt ich eigentlich nicht besonders, mein Fokus war immer im Jetzt, ich machte mir keine Gedanken darüber was da geschehen war tag für tag, ich versuchte zu überleben und machte das Beste aus allem, was mir möglich war. Es war halt so! Ich versuche immer heutzutage, seit mein Bewusstsein angefangen hat zu wachsen, die Hintergründe zu verstehen – denn es gibt für ALLES einen Grund.
    Der Vater meiner Tochter ist Westafrikaner, dort sind tatsächlich die meisten Mädchen früher geschlechtsreif, das heißt oft schon mit 9 Jahren haben sie ihre Periode. Und auch dort werden die jungen Mädchen oft sehr früh verheiratet (die sonstigen Greueltaten wie Beschneidung und der unWert der Frauen – lass ich mal raus)- es ist dort üblich und wie mir scheint ganz normal. Das Problem sind die Männer (wie überall, sie haben oft kein Bewusstsein entwickelt dafür wie eine Frau sich fühlt, wie ein Mädchen sich fühlt, wie es ist Frauen/Mädchen im Krieg zu vergewaltigen – sie haben nicht mal ein Bewusstsein dafür wie es ist zu töten z.Bsp. im Krieg. Alles hängt zusammen mit dem Thema Bewusstsein, Gefühle bei sich selbst wahrnehmen, weil das vielfältig bei Männern (nicht bei allen) nicht da ist, gibt es so viele Täter.
    Meine Meinung!
    Dass sowas in der Schule – in dieser Art verbreitet wurde, ist unbeschreiblich für Menschen, die Bewusstsein dafür entwickelt haben, wie leidvoll zu frühe Kindersexualität ist, wie schädlich, wie zerstörerisch…. die es selbst erlebt haben und erst viel später in Therapien etc. merken, dass es sooooo unrecht war und gewahr werden wie sie an den Folgen leiden, wie sehr es ihr Leben verstört und sogar zerstört hat – wenn sie solche Erfahrungen machen.
    Ich würde das nicht per Brief an die Schule schreiben, ich würde zu einem Gespräch kommen und als Betroffene dort mit dem Personal dort reden. Möglicherweise waren sie nicht gut vorbereitet auf den Inhalt der vortragenden Person, das würde dann eine Lehre sein, die wohlwollende aber unbedarfte Aktion, beim nächsten Mal, besser unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht waren einige vom Lehrkörper auch bestürzt darüber und wenn nicht, dann wird es genau deshalb wichtig, dass Du darüber sprichst mit denen. Das erfordert Mut ich weiß, aber Du kommst mir im Blog selbstbewusst genug rüber dies zu tun, denn es wäre sehr nötig. (Ja, ich weiß, schon wieder wir ‚Geschädigten‘ sollten die Initiative ergreifen – aber wenn nicht wir, so wird es niemand tun) Vielleicht kannst Du noch eine Betroffene oder Deinen Mann oder Deine Shiatsufrau oder wer auch immer mitnehmen, das würde die Sache noch klarer machen und sicher etwas bewegen. (Ich würde sofort mitgehen, wo wohnst Du denn?)
    Viel wichtiger für Dich persönlich erscheint mir, dass Du bei Deinem Kind das Gehörte in die richtigen Bahnen lenkst. Was Du da machst, das würde mich interessieren und ich hoffe, dass Du es hier auch reinschreibst, das könnte hilfreich sein für viele.

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    1. hallo Pollys, ich werde ganz sicher niemanden jemals für die Mitteilung seiner persönlichen Erfahrung irgendwie… verletzen oder maßregeln oder so. Darf ich noch eine Verständnisfrage stellen: Deine Überzeugung ist also, dass die Therapie des Traumas schädlicher war als das Trauma selbst, und dass Du ohne Traume nie in Therapie gelandet wärst und ohne Therapie das Trauma ziemlich sicher nicht zum Problem in Dienem Leben geworden wäre? Danke fürs Klarstellen im Voraus, s.

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      1. Pollys sagt:

        Nein, so meine ich das beileibe nicht…. ich wollte nur herausstellen, dass da tatsächlich was dran ist… (die eigene Erfahrung hat mir das ja bestätigt), der Schmerz kam erst mit der Bewusstmachung, vorher war er wirklich nicht für mich fühlbar – ich lebte als Kind vollkommen im Jetzt, das war der einzige Weg um zu überleben damals, und der Schmerz und meine Machtlosigkeit war mir nicht bewusst. Der Preis für weitere Unbewusstheit des Fühlens wäre gewesen, dass ich ihn weitergegeben hätte – eben unbewusst – vielleicht sogar zur Täterin geworden wäre in all diesen Bereichen (etwa meine Tochter geschlagen hätte oder sie in eine missbräuchliche, gewaltsamen Beziehung – ebenso behandeln hätte lassen und es vielleicht ausgeblendet hätte) Ich meinte damit keinesfalls, dass Menschen mit Traumabelastung ihr Leben lang unbewusst bleiben sollten, und selbst zu Tätern werden sollten (so geschieht es nämlich). Ich meinte aber, dass Männer sehr leicht annehmen können oder zu einen solchen Schluß kommen können (aus Vergnügungsgründen oder evtl. eigener Unbewusstheit, denn so eine Kultur lebt das ja schon wahrscheinlich hunderte von Jahren so) weil das Leid der jungen Mädchen nicht ohne weiteres sichtbar ist, weil sie es ja selbst den Schmerz ausblenden müssen und dissoziieren um überleben zu können. Das ist schwierig zu beschreiben. Ich hoffe ich habe das jetzt ‚richtiger‘ darstellen können, wie ich es meine…. es wäre fatal, wenn der Eindruck entstehen sollte, dass Trauma nicht wahrgenommen werden sollte, und man dadurch problemfrei wäre. Es würde sich auf anderen Gebieten (in der eigenen Biografie irgendwie Luft machen, durch alle möglichen schmerzhaften Traumafolgen, die aber nicht unbedingt sofort erkennbar machen, woher sie tatsächlich kommen (einige Bsp. Körperkrankheiten von Unterleibserkrankungen bis zum Krebs, oder im psychischen Bereich, oder auch die weiterführende Lebensstrategie z.B. wenn das Mädchen sich später prostituiert und nicht bemerkt, dass sie sich nun selbst den gleichen missbräuchlichen Bedingungen aussetzt und sogar sagt oder denkt, dass dies von ihr gewollt ist.)
        Ein Problem meiner Missbrauchsgeschichte als es noch in mir verborgen war /bei mir ploppte es ja erst als meine Tochter schon 6 Jahre war hoch/ waren völlig andere Probleme, die ich erst nach dem bewusster werden in Zusammenhang bringen konnte (ich fühlte mich halt verrückt – ohne Grund weil ich anders tickte). Ich hoffe es ist jetzt klarer was ich meinte.

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  4. Uff… krass. Ich dachte zuerst (oder habe ich es gehofft?), dass das ein ganz schlechter Scherz ist.
    grausam finde ich das.
    Ich würde der Schule glaub ich auch zumindest eine Rückmeldung geben. Dass du mit deinem Kind darüber gesprochen hast, und das ja selbst dein Kind irgendwie voll „verwirrt“ hat (mir fällt kein besseres Wort ein).
    Und ich würde die auch fragen, wie es sein kann, dass so eine Aussage im Jahr 2020 getätigt wird, und keiner der Lehrer in der Lage ist, da einzuschreiten?
    Wie kann es sein, dass so eine Aussage vor Kindern getroffen wird, unter denen mit Sicherheit auch Opfer sitzen, und nichts dagegen unternommen wird?
    wie sollen sich diese Kinder denn dabei fühlen?
    Dann denken die doch erst recht, okay, liegt an mir?
    Ich bin fassungslos, wenn ich das lese.

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  5. Tinkerbell sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    *Schilderung des Vorfalls*

    ich würde Sie doch sehr freundlich bitten, Ihrem – im Übrigen von mir an Sie erteilten- Erziehungs- und Bildungsauftrag dahingegehend nachzukommen, dass sie Äusserungen, die in Deutschland strafrechtliche Relevanz haben nicht unkommentiert im Raum stehen lassen.

    Es mag sein, dass eine zufällige Deckungsgleichheit in der Interpretation, in Deutschland würden missbrauchte Kinder Traumata angedichtet bekommen zwischen Ihren Aufsichtspersonen und dem Vortragenden stattgefunden hat, aber wir gehen doch bitte konform, dass persönliche „Vorlieben“ und „Wahrnehmungen“, so sie im kruden Gegensatz zur geltenden moralischen und justisschen Auffassung stehen nicht dazu führen dürfen, dass Kinder verunsichert werden.

    Für die Zukunft schlage ich vor, dass Ihre Aufsichtspersonen a) zuhören, b) intervenieren, und c) im Nachgang die Position des deutschen Rechtstaates vertreten, in dessen Dienst sie ja schließlich auch stehen.

    Ich erwarte Ihre Stellungnahme bis zum… andernfalls werde ich die Angelegenheit dem Elternbeirat übergeben und ziehe eine Dienstaufsichtsbeschwere in Betracht.
    Mit nicht mehr freundlichen Grüßen

    Namen

    (sorry Feld ist fitzelkein zum tippen)

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    1. katzenherz19 sagt:

      Boah, dass ich drunter gelitten habe liegt dann wohl dran, dass ich schon 13 Jahre alt war…..wenn ich schon früher gev….. worden wäre, dann wäre es Normal gewesen?
      Na vielen Dank auch – sorry schonmal, aber bin gerade in stationärer Behandlung und bisschen dünnhäutig. Hätte ich geahnt, was ich in den Kommentaren finde……, aber ich kann und will das nicht unkommentiert lassen, denn geschwiegen habe ich viel zu lange

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      1. Tinkerbell sagt:

        und was genau hat das jetzt mit dem zu tun, was ich geschrieben habe? Du kannst ja gerne reaktiv um Dich schlagen, aber dann schau wenigstens, wen Du triffst. Ich fand‘ deine Antwort unmöglich.

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        1. Hallo Tinkerbell, ich hatte katzenherz‘ Kommentar triefend sarkastisch empfunden, und ich denke nciht, dass sie es unter Deinen Text packen wollte, sondern als Antwort auf den Eingangstext. Ich fand Deinen Briefentwurf SEHR hilfreich für mich – und ich werde erwägen, das Thema nach Corona mit der Schule aufzunehmen. Aber ich befürchte, das geht nun echt unter sowas… :-/ Alles Liebe, s.

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        2. katzenherz19 sagt:

          Hallo Tinkerbell,

          es ist genau wie Sonrisa schrieb. Mein Post war definitiv nicht auf deine Antwort bezogen. Sondern auf den Eingangspost und das was ich für mich für Schlüsse aus dem Vortrag gezogen habe. Die Platzierung war zufällig und tatsächlich mir schwoll der Kamm und manchmal reicht es auch bei mir nicht mehr zur ausreichenden Reflektionsfähigkeit. Falls du dich angegriffen gefühlt hast, tut es mir leid, sorry!

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  6. anna sagt:

    Ich finde du hast es schon sehr klar in deinem Betrag geschrieben, was das Problem an diesem Vortrag ist / war. Ich würde das ganz klar so formuliert der Schule mitteilen. Und ich halte es für sehr wichtig, denn durch solche Aussagen werden, genau wie du es geschrieben hast, nur die Täter geschützt und die Kinder, die sowieso schon von den Tätern zum Schweigen manipuliert werden, erst recht darin bestärkt, dass sie sich nicht wehren dürfen. Und dass ist extrem gefährlich – gerade, weil das suggerierte Beispiel eben auch in einer „eingeschworenen“ Gemeinschaft spielt, in einer „großen Familie“, einer „abgeschlossenen Gruppe“ in der den betroffenen Kindern suggeriert wird, dass es normal sei, was die Erwachsenen da mit ihnen tun. Was ebenso ganz klar Täterverhalten / – Strategie ist… Und so etwas sollte Kindern auf keinen Fall als „positives Beispiel“ vermittelt werden …

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  7. Bunte Sterne sagt:

    Ich würde der Schule auch definitiv schreiben. Es macht mich wirklich ein bisschen fassungslos, dass das da in der Schule so unkommentiert stehen gelassen wurde.
    Ich würde vielleicht noch einen Projekttag oder eine Projektstunde zum Thema sexualisierte Gewalt für die Klasse vorschlagen. Es gibt bestimmt Fachberatungsstellen oder Vereine, die sowas anbieten. Sowas kann sowieso nie schaden und in diesem Fall vielleicht dazu beitragen, dass Schüler, die vielleicht selbst betroffen sind, sehen, dass mit ihnen nichts falsch ist und es Hilfe gibt.

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  8. Alenka sagt:

    Ja, ich würde der Schule schreiben. Ich bin so schockiert über diese Aussage, dass mir die Tränen in die Augen schießen. So etwas vor Schülern zu sagen und niemand, der es dann richtigstellt, und das vor Schülern, die in einem Alter sind, in dem sie im Grunde genommen noch nicht wissen, wie die Dinge tatsächlich sind, das ist abscheulich. Wer weiß denn, ob eines der Schüler von Missbrauch betroffen ist? Und dann wird so eine Aussage gemacht. Tun das nicht die Täter bereits, den Kindern einimpfen „ist alles ganz normal“? Und dann bestätigt man noch diese abartige Lüge und verwirrt die Kinder zusätzlich…. ich bin so fassungslos. Eigentlich sollte es gerade jetzt, nachdem so etwas gesagt wurde, ein Vortrag über Missbrauch gehalten werden. Darüber, dass das keinesfalls normal ist. Darüber, dass man nicht Schuld ist, dass man sich Hilfe holen sollte, dass man sich nicht schämen braucht. Genau das wäre jetzt angesagt.

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  9. ein frosch sagt:

    Also liebe Sonrisa, da fehlen mir komplett die Worte. So etwas zu lesen macht nicht nur wütend, das lässt einen auch irgendwie hilflos fühlen. So als ob man das Gefühl hat, gegen sowas Mieses kommt man einfach nicht an. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, was in der eigenen Macht steht, um der Verbreitung von so üblen Botschaften entgegenzuwirken. Das ist so traurig weil ich finde, dass in unserem Schulsystem noch viel mehr dafür getan wird, dass Kinder und Jugendliche sich für ihre eigenen Rechte einsetzen können und lernen, ihre Grenzen zu wahren etc. Also ich bin geschockt. Am besten wäre es sogar, wenn jeder die Möglichkeit hätte, der Schule selbst einen Brief zu schreiben, im Sinne eines postalen Shitstorms 😉
    Liebe Grüße.

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  10. echtjetzt? sagt:

    triggert mich grad zu krass, kann nicht schreiben, was ich möchte, da letztens ähnliches erlebt (ein Mann hat sich vor den Augen meiner Kinder ausgezogen und auf meine Aufforderung sich in die Umkleide zu verziehen, hat er gesagt, dass er keine Lust dazu habe-diese war ein Schritt hinter ihm.) mit meinen Kindern zusammen im Schwimmbad. Nur kurz, ich habe den Bademeister geholt zur Hilfe und der hat gesagt, dass die Kinder dann weg gehen sollen. Ich bin ausgeflippt und meine Kinder sagten später, was sie denn in der gleichen Situation machen sollen, wenn eh niemand hilft…? Traurig und unfassbar war das. Ich bin dann ne halbe Stunde später nochmal zum Bademeister und habe weit ausgeholt, dass SEIN Verhalten nicht in Ordnung war und dass ich Mißbrauchserfahrung habe und dies hier im Schwimmbad für alle ein geschützter Bereich sein muss. Daraufhin meinte er, dass er meine Reaktion JETZT verstehen könnte und es mal besprechen wollte. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich kein Einzelfall bin und jede dritte Frau und Mädchen/Kind Erfahrungen im Bereich sexuelle Belästigung hat und es nicht okay ist, wenn ich zu einem Mann (oder Frau) sage, dass ich ihn oder sie nicht nackt sehen möchte (wo es nicht erlaubt ist. in die Saune gehe ich nicht) und diese Person sagt, dass es ihr egal ist, was ich dazu denke. Ich glaube DAS hat er dann nicht mehr verstanden. Ich bin dann eine Woche später zu seinem Chef gegangen und habe dort auch nochmal Wirbel gemacht. Es kotzt mich so sehr an dieses Thema. Ich kann leider noch mehr solche Beispiele erzählen, aber ich kann jetzt wirklich nicht mehr über das Thema schreiben, da es innerlich in mir tobt.

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  11. KaTo sagt:

    Ich bin auch sprachlos.
    Aber irgendwas in mir überlegt auch, ob ich nicht vor ein paar Jahren noch, das auch einfach hingenommen hätte…
    Und woran das liegt?…. Und dann bin ich sehr sicher, dass jetzt Betroffene, die das mitanhören mussten und es auch irgendwie hinnehmen, jemanden brauchen, der da korrektiv dagegen hält.
    Deshalb stimme ich zu, dass man auf die Schulleitung zugehen sollte. Wie man das aber am geschicktesten macht, weiß ich noch nicht…. Gerade noch zu sprachlos.

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  12. Hallo an alle, vielen lieben Dank für Eure Kommentare. Ich bin immer noch nicht sicher, ob ich an die Schule schreiben möchte. Meine Psychiaterin hat mir angeboten, einen Vortrag in der Schule über Trauma zu halten, um das alles richtigzustellen, und wenn ich antworte, werde ich das Angebot auf jeden Fall mit hineinnehmen. Ich weiß nur sicher: Jetzt sofort möchte ich nicht antworten, denn sonst geht das unter im Corona-Virus. Alles Liebe und bleibt gesund, s.

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